Jahrzehntelang wurde die Energieeffizienz eines Gebäudes ausschliesslich anhand seines Betriebsverbrauchs gemessen. Heute entspricht die in den Materialien enthaltene Energie — die graue Energie — rund einem Viertel der nicht erneuerbaren Primärenergiebilanz eines neuen Niedrigenergie-Mehrfamilienhauses, Alltagsmobilität eingerechnet, und dem Grossteil der Treibhausgasemissionen der meisten modernen oder sanierten Gebäudeecobau (Juni 2025, § 1.3, S. 5): In den meisten modernen oder sanierten Gebäuden entsteht der Grossteil der THG-Emissionen in der Erstellung. Das Viertel: BFE 8719, S. 6 (42,0 von 158,9 kWh/m²·a).Association ecobau — Bâtiments à faibles émissions de gaz à effet de serre — guide pour les maîtres d'ouvrages (état juin 2025, V1-0). Dies ist zu einem zentralen Thema geworden, und das Genfer Recht regelt es inzwischen: Low-Carbon-Konzept für Baugesuche ab dem 1. Januar 2029, Grenzwerte einzuhalten ab dem 1. Januar 2034RECMC Art. 4 Abs. 1 und 2 sowie Art. 8 Abs. 1 und 2: Low-Carbon-Konzept für Baugesuche ab dem 1. Januar 2029, Grenzwerte für Baugesuche ab dem 1. Januar 2034.République et canton de Genève — Recueil systématique genevois — Règlement concernant l'empreinte carbone des matériaux de construction (RECMC), rsGE L 5 05.05.
Die graue Energie (oder inkorporierte Energie) bezeichnet die gesamte Energie, die für die Herstellung eines Gebäudes erforderlich ist: Rohstoffgewinnung, industrielle Verarbeitung, Transport, Einbau auf der Baustelle, Instandhaltung, Ersatz während der Nutzungsdauer sowie Rückbau und Entsorgung am Lebensende.
Sie wird ausgedrückt in nicht erneuerbarer Primärenergie — historisch in MJ/m² Energiebezugsfläche (SRE), oder annualisiert in kWh/m²·a über die Standardnutzungsdauer des Gebäudes (60 Jahre gemäss dem technischen Merkblatt SIA 2032Minergie, Berechnung der grauen Energie für den Zusatz ECO, V. 2023.2, Ziff. 1, S. 3: Nutzungsdauer der Gebäude 60 Jahre; Amortisationszeiten gemäss Merkblatt SIA 2032:2020.Minergie Suisse — Calcul de l'énergie grise et des émissions grises de gaz à effet de serre pour le complément ECO au label Minergie, version 2023.2). Der Indikator, den der Genfer Rechtsrahmen inzwischen heranzieht, ist jedoch nicht die Energie: Es ist die CO₂-Bilanz, also die Treibhausgasbilanz, ausgedrückt in kg CO₂-eq/m²·a.
Die Ökobilanz (ACV) — oder Life Cycle Assessment (LCA) — ist die standardisierte Methode zur Quantifizierung der Umweltbelastung eines Gebäudes «von der Wiege bis zur Bahre». In der Schweiz strukturieren das technische Merkblatt SIA 2032 (Ökobilanzmethode) und die europäische Norm EN 15978 die Ökobilanz in vier Hauptmodule.
Die Genfer Berechnung umfasst die Herstellung der Materialien, ihren Transport zur Baustelle, ihren Einbau und ihre allfällige Entsorgung (RECMC, Art. 1)RECMC Art. 1 Abs. 1: Der CO₂-Fussabdruck umfasst namentlich die Emissionen aus der Herstellung der Materialien, ihrem Transport zur Baustelle, ihrem Einbau und ihrer allfälligen Entsorgung.République et canton de Genève — Recueil systématique genevois — Règlement concernant l'empreinte carbone des matériaux de construction (RECMC), rsGE L 5 05.05 — also die Module A1–A5 und C — und folgt den Grundsätzen der SIA 390/1:2025, deren Bereich «Erstellung» auch den Ersatz von Bauteilen während der Nutzung (B4)ecobau, Juni 2025, Anhang 1, S. 21, nach SIA 390/1: Die Erstellung umfasst Herstellung und Errichtung, den Ersatz von Bauteilen während der Nutzung sowie Rückbau und Entsorgung.Association ecobau — Bâtiments à faibles émissions de gaz à effet de serre — guide pour les maîtres d'ouvrages (état juin 2025, V1-0) umfasst. Modul D bleibt ausserhalb der Bilanz: Weder die SIA 390/1 noch die KBOB-Liste rechnen Negativemissionen an. Der SNBS, Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz, und der DGNB, das deutsche Zertifizierungssystem für nachhaltige Gebäude, beziehen ebenfalls eine Ökobilanz ein; beides sind Nachhaltigkeitsstandards, keine Energielabels.
Die graue Energie schwankt je nach Material erheblich. Die Schweizer Datenbank KBOB (Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren)Offizielle Bezeichnung gemäss kbob.admin.ch: Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren — die drei letzten Wörter gehören zum Namen.Confédération suisse — kbob.admin.ch — Conférence de coordination des services de la construction et des immeubles des maîtres d'ouvrage publics KBOB veröffentlicht mit ecobau die Liste der Ökobilanzdaten, auf die sich SIA 2032, Minergie und die Genfer RECMC stützen. Die nachstehende Grafik vergleicht die Zielwerte der Treibhausgasemissionen der Erstellung von Wohnungsneubauten nach Bauweise, pro m² Energiebezugsfläche (EBF/SRE)Die RECMC verwendet weder «surface de référence énergétique» noch «SRE»: ihr Anhang nennt die Grenzwerte in kg CO2 eq./m2/an und verweist die Berechnung auf die Norm SIA 390/1:2025 (Art. 3 Abs. 2 und Art. 5 Abs. 2).République et canton de Genève — Recueil systématique (silgeneve.ch) — Règlement concernant l'empreinte carbone des matériaux de construction (RECMC), rsGE L 5 05.05.
Zielwerte für die Vorprojektphase aus dem ecobau-Leitfaden (Juni 2025, Tabelle 4) für die beheizten Flächen von Wohnungsneubauten, in kg CO₂-eq/m²·a — der in Genf massgebende Indikator; jede Spanne deckt hohe oder geringe Kompaktheit ab. Es sind keine Messwerte, und der Leitfaden unterscheidet nicht nach Dämmstoff. Perimeter «Erstellung» der SIA 390/1: Herstellung und Errichtung, Ersatz, Rückbau und Entsorgung, annualisiert über 60 Jahre, pro m² SRE. In grauer Energie liegen die Grenzwerte des Zusatzes Minergie-ECO für neue Mehrfamilienhäuser bei 28 und 35 kWh/m²·a, also rund 100 und 126 MJ/m²·aMinergie, Berechnung der grauen Energie für den Zusatz ECO, V. 2023.2 (9.11.2023), Ziff. 4.2, S. 13: neues Mehrfamilienhaus, Basisgrenzwerte 28 (GW1) und 35 (GW2) kWh/m²·a; × 3,6 = 100,8 und 126 MJ.Minergie Suisse — Calcul de l'énergie grise et des émissions grises de gaz à effet de serre pour le complément ECO au label Minergie, version 2023.2.
Laut BFE entfällt rund ein Drittel der grauen Energie auf den RohbauBFE, Leitfaden graue Energie von Neubauten, S. 12: «rund ein Drittel» für den Rohbau (Gruppe C), «je ein Fünftel» für Innenausbau (G) und Gebäudetechnik (D); C, D und G bieten das grösste Potenzial.Office fédéral de l'énergie (OFEN) / SuisseEnergie — L'énergie grise dans les nouveaux bâtiments — Guide pour les professionnels und je rund ein Fünftel auf die Gebäudetechnik und den Innenausbau.
Der Kanton Genf hat in seinem Baugesetz (loi sur les constructions et les installations diverses, LCI, vom 14. April 1988, rsGE L 5 05)LCI, rsGE L 5 05, vom 14. April 1988 (in Kraft seit 11. Juni 1988), Titel IIIA «Empreinte carbone des matériaux de construction», Art. 117 und 118; konsolidierte Fassung vom 22.10.2025.République et canton de Genève — Recueil systématique genevois — rsGE L 5 05 — Loi sur les constructions et les installations diverses (LCI), du 14 avril 1988 Anforderungen verankert, die über die reine Betriebsenergieeffizienz hinausgehen. Die Artikel 117 und 118 bilden ein sich ergänzendes Paar: Der eine legt die Regel zur Materialwahl fest, der andere die Methode zur Messung der CO₂-Auswirkung.
Die Berechnung der grauen Energie stützt sich auf drei sich ergänzende Säulen: eine Norm mit ihrem Methodenmerkblatt (SIA 390/1 und SIA 2032), eine Datenbank mit Materialwerten (KBOB) und Softwaretools, die sie kombinieren.
Die RECMC schreibt keine Software vor. Für Minergie-ECO und SNBS führt ecobau die Liste der akkreditierten Tools — unter anderem Enerweb, GREG, Lesosai, THERMO und vyznecobau, Juni 2025, Anhang 3, Tabelle 12, S. 31: Enerweb, Greg, Lesosai, THERMO, vyzn akkreditiert; Ecotool, Minergie-Tool und SIA-2040-Tool nicht akkreditiert, für den detaillierten Nachweis Minergie-ECO oder SNBS nicht zugelassen.Association ecobau — Bâtiments à faibles émissions de gaz à effet de serre — guide pour les maîtres d'ouvrages (état juin 2025, V1-0); Ecotool und das Minergie-Tool sind kostenlos, gelten aber nicht als detaillierter Nachweis. Das PHPP, ein Instrument der Betriebsbilanz, steht nicht auf der Liste. In der Schweiz sind die KBOB-Werte massgebend.
Im Gegensatz zur Betriebsenergie lässt sich graue Energie nachträglich nicht kompensieren: Sie wird im Moment der Bauausführung festgelegt. Die strukturierenden Entscheidungen müssen daher im Vorfeld getroffen werden, bereits bei den ersten Entwürfen.
Massivholz (Brettsperrholz, Brettschichtholz), Zellulosedämmung, Hanf, Stroh, Stampflehm, Lehmziegel: Pro Kilo gibt die KBOB-Liste zum Beispiel 1,05 kWh graue Energie für Zellulosefasern an, gegenüber 30 für EPS und PUR. Auf Gebäudeebene schrumpft der Unterschied stark (siehe Abschnitt 03). Holz speichert zudem atmosphärischen Kohlenstoff (Senkeneffekt). Lokale geobasierte Materialien (Stein, Lehm) verringern den Transportenergieaufwand.
Die Wiederverwendung eines bestehenden Balkens oder einer Betondecke vermeidet den Grossteil der grauen Herstellungsenergie eines neuen Bauteils; die RECMC nennt die Wiederverwendung als Mittel zur Senkung des CO₂-Fussabdrucks (Art. 5 Abs. 3). Die strukturelle Wiederverwendung (Böden, Dachstühle, Fassaden) ist einer der wirksamsten Hebel.
Weniger Material = weniger graue Energie. Eine kompakte Form reduziert die Hüllflächen. Eine passgenau dimensionierte Struktur (präzise statische Berechnung, optimierte Querschnitte) vermeidet einen übermässigen Verbrauch an Beton oder Stahl. Der Grundsatz «gerade richtig bauen» ist die erste Massnahme für graue Energie, noch vor der Materialwahl.
Ein langlebiges Material wird nur einmal statt zwei- oder dreimal in 60 Jahren ersetzt — was seine B4-Auswirkung proportional reduziert. Zudem ermöglicht eine «rückbaubare» Konzeption (mechanische Befestigungen statt Kleber, reversible Verbindungen) die künftige Wiederverwendung der Bauteile: gelebte zirkuläre Architektur.
Der Transport zur Baustelle (Modul A4) gehört zum CO₂-Fussabdruck im Sinne der RECMC (Art. 1): ein Posten, an dem man ansetzen kann. Regionales zertifiziertes Holz (FSC/PEFC), in der Schweiz oder im nahen Frankreich hergestellte Dämmstoffe und lokale Zuschlagstoffe zu bevorzugen, reduziert diese Auswirkung und unterstützt gleichzeitig lokale Verwertungsketten.
Nur bestimmte Labels gehen über die Betriebsenergieeffizienz hinaus und beziehen die graue Energie sowie die CO₂-Bilanz der Materialien mit ein. Die nachstehende Tabelle fasst die wichtigsten in der Suisse romande und im nahen Frankreich verfügbaren Zertifizierungen zusammen. Passivhaus Classic und die Genfer Stufen HPE/THPE erscheinen nicht: Sie decken nur die Betriebsenergie ab (REn art. 12B/12C — rsGE L 2 30.01)Standards HPE (REn Art. 12B) und THPE (REn Art. 12C), rsGE L 2 30.01: Sie betreffen die energetische Leistung im Betrieb, unabhängig von den Art. 117-118 LCI.République et canton de Genève — Recueil systématique (silgeneve.ch) — rsGE L 2 30.01 — Règlement d'application de la loi sur l'énergie (REn), du 31 août 1988, die CO₂-Bilanz der Materialien fällt unter die art. 117–118 LCI.
| Label | Graue Energie erforderlich | Norm / Methode | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Minergie® / -P / -A und Zusatz ECO | ✓ Ja | SIA 2032:2020 + KBOB | Grenzwert für graue Treibhausgasemissionen bei jedem Neubau seit den Standards 2023 und bei umfassenden Erneuerungen (Reglement 2026.1, Ziff. 15)Minergie-Reglement 2026.1, Ziff. 15: Neubauten und umfassende Erneuerungen halten einen Grenzwert für graue Emissionen ein, berechnet nach SIA 2032:2020 und den KBOB-Daten 2009/1:2022; Werte in Anhang G.Minergie Suisse — Règlement des labels MINERGIE®/MINERGIE-P®/MINERGIE-A®, version 2026.1; der Zusatz ECO fügt Grenzwerte für graue Energie sowie Gesundheits- und Materialkriterien hinzu |
| SNBS · DGNB | ✓ Ja — zentral | Eigene Ökobilanz je System; SNBS: Schwellenwerte auf Basis der Minergie-ECO-Grenzwerte | Referenzsysteme für globale Nachhaltigkeit, keine Energielabels: Ökobilanz, gewichtet in der Gesamtbewertung. |
| RE2020 (Frankreich) | ✓ Ja — Ic construction | Dynamische gesetzliche Ökobilanz (Erlass vom 4. August 2021) | Indikator Ic construction (kg CO₂-eq/m², kumuliert über den Referenzzeitraum von 50 Jahren)Guide RE2020, Version September 2026 (mit Dekret vom 18. März 2026), S. 29: Icconstruction_maxmoyen Mehrfamilienhäuser — 740 kg CO₂-eq/m² (2022 bis 2024), 650, 580 (2028 bis 2030), 490 ab 2031; Referenzzeitraum 50 Jahre (S. 10).Ministères Aménagement du territoire et Transition écologique / Cerema — Guide RE2020 — Réglementation environnementale des bâtiments neufs (version septembre 2026) mit Schwellenwerten, die sich 2025, 2028 und dann 2031 verschärfen |
Ist graue Energie in Genf obligatorisch?
Für private Projekte noch nicht: Das Low-Carbon-Konzept gilt für Baugesuche ab dem 1. Januar 2029, die Grenzwerte für Baugesuche ab dem 1. Januar 2034; der Kanton unterstellt sich ab 2027 (RECMC Art. 4 und 8). Der Grundsatz steht bereits im Gesetz: Art. 117 LCI schreibt vor, die CO₂-Bilanz der Materialien zu begrenzen — Priorität für Wiederverwendung, dann für rezyklierte oder CO₂-arme Materialien — und Art. 118 legt die Methode fest. Die Zahlenwerte und der Zeitplan stammen aus der RECMC: siehe Abschnitt 04. Erfasst sind bewilligungspflichtige Neubauten im Geltungsbereich der SIA 390/1, ausserhalb des beschleunigten Verfahrens, sowie wichtige Sanierungen: mindestens zwei wesentlich sanierte Baulose oder ein vollständig saniertes Baulos (RECMC Art. 1 Abs. 6 und 7)RECMC Art. 1 Abs. 6: Neubau im Geltungsbereich der SIA 390/1:2025, bewilligungspflichtig, ohne beschleunigtes Verfahren; Abs. 7: wesentliche Sanierung von mindestens 2 Baulosen oder vollständige eines Bauloses, ohne Wärmeerzeugung.République et canton de Genève — Recueil systématique genevois — Règlement concernant l'empreinte carbone des matériaux de construction (RECMC), rsGE L 5 05.05. Auf Bundesebene verpflichtet das Energiegesetz die Kantone seit dem 1. Januar 2025, Grenzwerte für die graue Energie bei Neubauten und wesentlichen Erneuerungen zu erlassen (EnG Art. 45 Abs. 3 Bst. e)EnG Art. 45 Abs. 3 Bst. e: Die Kantone erlassen Vorschriften über die Grenzwerte für die graue Energie bei Neubauten und wesentlichen Erneuerungen; Buchstabe in Kraft seit 1. Januar 2025 (AS 2024 648).Confédération suisse — Fedlex — RS 730.0 — Loi sur l'énergie (LEne), du 30 septembre 2016, état au 1er avril 2026.
Kann man Beton behalten und trotzdem graue Energie reduzieren?
Ja, es gibt mehrere Hebel: klinkerarmer Beton (Zementsubstitution durch Flugasche oder Hochofenschlacke), Recyclingbeton für bestimmte Anwendungen, Optimierung der Tragquerschnitte und Ausgleich durch die Wahl einer biobasierten Dämmung und von Belägen mit niedriger grauer Energie. Ein mit hoher Ambition geplanter Massivbau kann 6 bis 6,5 kg CO₂-eq/m²·a erreichen, also den Zielwert eines Holzbaus mittlerer Ambitionecobau, Juni 2025, Tabelle 4, S. 22, Wohnungsneubau: Massivbau, Zielwert «tief» 6–6,5 kg CO₂-eq/m²EBF·a; Holzbau, Zielwert «mittel» 6–6,5.Association ecobau — Bâtiments à faibles émissions de gaz à effet de serre — guide pour les maîtres d'ouvrages (état juin 2025, V1-0).
In welcher Projektphase muss man sich darum kümmern?
Graue Energie wird im Wesentlichen in der Vorstudien- (EP) und Vorprojektphase (APD) «gewonnen» oder «verloren». Eine schnelle Schätzung anhand von Volumetrie und Konstruktionssystem genügt, um die wichtigsten Entscheidungen zu steuern. Wer damit erst beim Ausführungsdossier beginnt, kann die wirklich entscheidenden Weichen nicht mehr stellen.
Wie integriert man graue Energie in einen Architekturwettbewerb?
Das Programm kann ein Kriterium für den CO₂-Fussabdruck in kg CO₂-eq/m²·a festlegen. Im Wettbewerbsstadium genügt eine Schätzung nach Bauteilen: Das Merkblatt SIA 2032:2020 liefert eine Berechnungstabelle für Vorstudien und Vorprojekt (Anhang D) und eine Bauteilliste gängiger Konstruktionen; ecobau gibt Zielwerte nach Bauweise, um das Ziel festzulegen.
GenfLCI Art. 117 und 118 sowie die RECMC (rsGE L 5 05.05): zuerst Wiederverwendung, dann Rezyklat oder Materialien mit geringem Fussabdruck, mit bezifferten Grenzwerten.
SchweizSeit dem 1. Januar 2025 verpflichtet das eidgenössische Energiegesetz die Kantone, Grenzwerte für die graue Energie bei Neubauten und wesentlichen Erneuerungen zu erlassen (Art. 45 Abs. 3 Bst. e). Massgebend sind SIA 390/1:2025 und die KBOB-Daten; Minergie, Minergie-ECO, SNBS und DGNB berücksichtigen graue Energie freiwillig.
Grenznahes FrankreichDie RE2020 verlangt für die erfassten Neubauten — Wohnbauten seit 2022, Büro- und Schulbauten seit Juli 2022 — eine gesetzliche Ökobilanz mit dem Indikator Ic construction in kg CO₂-eq/m², kumuliert über 50 Jahre. Methode und Perimeter weichen ab: Die Werte sind nicht vergleichbar.
Jede Zahl und jede Aussage in diesem Dossier ist belegt. Fahren Sie über eine Fussnote oder tippen Sie sie an, um die Quelle anzuzeigen.
Beratung zu Materialwahl und Wiederverwendung, Abwägung zwischen den Standards, Einordnung der Anforderungen von LCI art. 117–118 für Ihr Projekt — sprechen wir bereits ab der Entwurfsphase darüber.
Kontakt aufnehmen